AgPR, Arbeitsgemeinschaft PVC-Bodenbelag Recycling
Gesellschafter: Altro, Armstrong, Atochem, EVC, Forbo, Gerflor, Norsk Hydro, Polyflor, Solvin, Tarkett Sommer, Vestolit, Vinnolit
Haftung: Die Haftung ist auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt.
26. April 2000
TBT-Spuren in Bodenbelägen keine Gefahr
Völlig haltlos ist die Behauptung des Magazins ÖKO-TEST von "skandalös hohen" Mengen an TBT in Bodenbelägen, die angeblich "regelmäßig" in die Raumluft gelangen und die Empfehlung, die Bodenbeläge so schnell wie möglich zu entfernen.
Bei einer Untersuchung von 16 Bodenbelägen hatte ÖKO-TEST in 15 Böden Tributylzinn (TBT) in Mengen bis zu 3,5 mg/kg gefunden. Das entspricht 3,5 ppm (parts per million).
Erst kürzlich hatte das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) ausführlich zu zinnorganischen Verbindungen in verbrauchernahen Produkten Stellung genommen, nachdem TBT in Fußballtrikots gefunden worden war.
In dem Bericht des BgVV heißt es unter anderem zur Abschätzung der Exposition, "Grundsätzlich ist festzuhalten, dass auf der Basis von Gehaltsbestimmungen bei Bedarfsgegenständen aus Polymeren keinerlei Rückschlüsse auf die Migration und damit die Expositionshöhe möglich sind. Aus Migrationsuntersuchungen von PVC-Bedarfsgegenständen mit Lebensmittelkontakt ist beispielsweise bekannt, dass Gehalte von 1,5% (15.000 mg/kg) zu Migrationswerten in Wasser (10 Tage, 40) im Bereich von 1 Mikrogramm pro dm führen, das heißt die Migrationsrate von Organozinnverbindungen aus PVC liegt unter diesen Bedingungen im Promillebereich." Das heißt von einem Mikrogramm Inhaltsstoff migrieren allenfalls Promille-Anteile.
Selbst bei der höchsten dem BgVV bekannten Belastung einer Radlerhose mit 110 mg/kg TBT - also dem Vielfachen des von ÖKO-TEST gemeldeten Wertes in Bodenbelägen - hat das BgVV keine Gefahr gesehen. Zu dem aktuellen Fall erklärte Institutssprecher Thomas Schlicht gegenüber dem Mannheimer Morgen, "Eine gesundheitsgefährdende Luftbelastung durch Abrieb von PVC Böden ist eher unwahrscheinlich".
PVC-Böden sind gesundheitlich unbedenklich, leicht zu reinigen und haben einen vernachlässigbar kleinen Abrieb. Gerade deshalb werden sie in Deutschland in nahezu allen Operationssälen wie auch in Reinsträumen zur Herstellung von CDs oder Computerchips eingesetzt.
Generell gilt: Eine Gesundheitsgefährdung kann nur entstehen, wenn für einen Stoff eine Exposition in einer gefährlichen Dosis besteht, die in ihrer Höhe nach Expertenschätzung festgelegt wird. Das Finden eines Stoffes, auch wenn er Gefährlichkeitsmerkmale aufweist, ist kein Indiz für eine Gesundheitsgefährdung, Beispiel: Blei in Weingläsern.
Zu Rückfragen stehen Ihnen zur Verfügung :
Werner Preusker, Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt e.V., 0228/917 830
Dr. Jochen Zimmermann, Arbeitsgemeinschaft PVC Bodenbelag-Recycling, 02365/49 5048